Mit Elli unterwegs: In der Gasübernahmestation 

Wenn uns kalt ist drehen wir die Heizung auf – und schon wird es mollig warm.
Viele Heizungen laufen mit Erdgas. Aus dessen Energie wird Wärme erzeugt.
Beim Gasherd ist das genauso.

Doch wusstest du dass das Erdgas mit dem wir heizen und kochen, eine echt lange Reise hinter sich hat? Eine wichtige Station auf dem Weg von den weit entfernten Gaslagern, bis zu eurer Wohnung ist die Gasübernahmestation. Die habe ich mir mal genauer angesehen.

Herr Ulrich ist bei der evd für die Gas-
übernahme- und Reglerstationen zuständig.

Herr Ulrich, was passiert eigentlich in so einer Gasübernahmestation? 

Das Erdgas, das wir in Dormagen verbrauchen, hat eine weite Reise hinter sich. Es stammt zum Beispiel aus Russland oder aus der Nordsee. Unser Gaslieferant leitet das Erdgas durch große unterirdische Leitungen, die man "Pipelines" nennt, bis in unsere Gasübernahmestation. Das ist für das von weit her angereiste Gas sozusagen der Endbahnhof. In unserer Gas­übernahme­station wird das Gas dann erwärmt und der Druck gemindert. Erst dann können wir es über unser eigenes Gasnetz zu den Dormagener Kunden leiten.

evd-Gasübernahmestation

Warum muss man das Gas denn vorher erwärmen? Das klingt gefährlich. 

Keine Sorge, wir kennen uns aus! Das Gas kommt mit sehr hohem Druck bei uns an. Das sorgt auf der oft viele tausend Kilometer langen Reise für Tempo. Aber mit so einem hohen Druck können wir es auf keinen Fall in unserem Dormagener Gasnetz verteilen. Dazu müssen wir den Druck erst verringern. Der Fachmann sagt, "das Gas muss entspannen". Dabei entwickelt es enorme Kälte. Wenn wir es nicht wieder erwärmen würden, gäbe es große Probleme mit der Technik.

Und wie kann man Gas entspannen? 

Wenn das Gas bei uns ankommt, hat es einen hohen Druck von 55 bar. Um das Gas problemlos in Dormagen verteilen zu können, brauchen wir aber einen Druck von nur ungefähr 450 mbar. Der Druck muss also viel, viel kleiner werden. Das passiert in einem sogenannten Gas-Druckregler. Dort wird der Druck reduziert - und danach ist es dann auch schon fast fertig zur Verteilung an die Kunden.

Gasdruckregler

Was heißt "fast"? Was fehlt denn noch? 

Erstens muss die Gasmenge noch genau gemessen werden. Denn das, was wir aus der Pipeline entnehmen, müssen wir unserem Lieferanten natürlich auch bezahlen. Zweitens müssen wir das Gas vor der Verteilung noch odorieren.

Odorieren?? Ein komisches Wort! 

Hier kommt der "Gestank" ins Gas

Erdgas ist sehr leicht entzündlich. Sollte irgendwo Gas austreten besteht Explosionsgefahr! Deshalb sind undichte Leitungen, zum Beispiel am Herd oder an der Heizung, sehr gefährlich.

Wir wollen also, dass die Leute rechtzeitig merken, wenn irgendwo eine Gasleitung undicht ist und Gas austritt. Das Dumme ist nur, dass man Erdgas weder sehen noch riechen kann. Doch dann hatte jemand eine tolle Idee: Wir setzen dem Gas einen aufdringlichen Duftstoff zu. Und genau das nennt man "odorieren". Dadurch stinkt das Gas nach "faulen Eiern", und das kann jeder Mensch sofort riechen. Das hat schon oft Schlimmes verhindert. Sofern alle Gasleitungen und Systeme in Ordnung sind, ist Erdgas aber eine sichere Sache.

Wenn das Gas am Ende den richtigen Druck, die richtige Temperatur und den richtigen Geruch hat, schicken wir es unseren Kunden nach Hause. Jedes Haus, das Erdgas erhält, hat einen Gaszähler - damit unsere Kunden auch wirklich nur das bezahlen, was sie tatsächlich zum Heizen oder zur Warmwasser-Erzeugung verbrauchen. Aber auch hier wird noch mal der Druck durch einen Druckregler von 450 mbar auf 23 mbar reduziert.

Möchtest du noch mehr wissen, dann schau doch mal unter: www.wikipedia.de

Bubbles