Mit Elli unterwegs: Im Wasserwerk  

Wisst Ihr eigentlich wo das Wasser herkommt, das täglich aus dem Wasserhahn bei euch zu Hause raus läuft? Und wer sich darum kümmert, dass das Wasser immer in so toller Qualität zur Verfügung steht? Bevor das Wasser aus dem Wasserhahn und der Dusche tatsächlich strömt, muss eine Menge geschehen.

Das Grundwasser legt nämlich einen ziemlich weiten Weg zurück bis es von uns als Trink­wasser verwendet werden kann. Also bin ich mal ins Wasserwerk der evd in Hackenbroich gegangen und habe mich da schlau gemacht.

Wasser
Herr Nowak ist für die gute Qualität des
Wassers verantwortlich.

Herr Nowak, Sie nennen sich "Wasserwerker". Was macht man denn da so? 

Unsere Hauptaufgabe besteht darin, die Wassergewinnungsanlagen der evd gut in Schuss zu halten. Das tun wir, indem wir die Technik regelmäßig inspizieren, warten und Reparaturen vornehmen. So sorgen wir dafür, dass immer genügend Trinkwasser für unsere Kunden zur Verfügung steht.

Wofür braucht man eigentlich ein "Wasserwerk"? 

Unser Wasserwerk ist eine technische Anlage, in der wir das Rohwasser, das wir aus der Erde holen, noch einmal überprüfen und aufbereiten. Zum Beispiel, indem wir Brunnen­wasser gründlich filtern. Erst danach pumpen wir es durch unsere Rohrleitungen bis in die Wohnungen der Kunden.

Die Rohwasserbelüftung
Die Rohwasserbelüftung

Stammt das Trinkwasser überall aus einem Brunnen? 

Hier bei uns in Dormagen ist das so. Mit Hilfe unserer Brunnen holen wir Wasser tief aus der Erde. Dieses Wasser heißt Grundwasser. Man kann Rohwasser aber auch aus Stauseen, Flüssen und Quellen entnehmen. Solches Oberflächenwasser muss in den meisten Fällen vor dem Verbrauch sehr viel gründlicher gereinigt und aufbereitet werden als Grundwasser.

Wie kommt man nun an das Grundwasser tief unten in der Erde? 

Indem man Brunnen bohrt. Das machen die Menschen schon seit Jahrtausenden. Die ältesten bekannten Brunnen stammen aus dem 9. und 10. Jahrtausend vor Christus. Das Wasser musste mühsam mit Eimern, die an einem langen Seil hingen, aus der Tiefe nach oben ge­zogen werden. Bei einem modernen Brunnen braucht man keine Eimer mehr. Da fördert man das Wasser ganz bequem mit elektrischen Pumpen. Von Außen sieht man nur die Brunnenstube.

Die Brunnenstube von außen
Die Brunnenstube von außen

Wie sieht denn ein moderner Brunnen von innen aus? 

Wenn man die Tür öffnet, sieht man die Rohrleitung, die in die Tiefe führt sowie die Steuerung – eigentlich nicht sehr spannend. Im Brunnen selber ist eine Unterwasserpumpe installiert.

So sieht die Brunnenstube von innen aus
So sieht die Brunnenstube von innen aus

Wie tief ist denn so ein Brunnen und wie baut man so was? 

Unsere Brunnen sind ungefähr 27 Meter tief.

Dabei wird ein Rohr tief in die Erde gebohrt. Das Rohr ist an der untersten Stelle wie ein Sieb, hat also lauter Löcher. Damit dieses Sieb nicht verstopft wird, legt man Kieselsteine um das Rohr. Die lassen nur das Wasser durch, nicht aber Sand oder Erde.

Ein Stückchen neben dem Brunnen gibt es noch einen sogenannten "Peil­brunnen". Der ist genauso tief, aber viel schmaler. Er hilft uns den Grundwasserspiegel zu bestimmen. Der sagt uns, wie hoch im Brunnen das Wasser steht. Für die Messung gibt es unterschiedliche Methoden. Wir nutzen ein Lichtlot.

Und wie funktioniert so ein Lichtlot? 

Man lässt das Lichtlot in den Peilbrunnen hinab. Am Ende des Lots befinden sich zwei elektrische Kontakte. Sobald sie Wasser berühren, leuchtet eine Lampe auf und ein Signal piept. Jetzt braucht man nur noch abzulesen, wie hoch sich das Grundwasser im Brunnen befindet.

Herr Nowak mit dem Lichtlot
Herr Nowak mit dem
Lichtlot

Und wie kommt das Wasser dann an die Oberfläche? 

Wie schon gesagt: mit Pumpen. Sie befördern das Brunnenwasser, das wir auch Rohwasser nennen, ins Wasserwerk.

Ein Wasserzähler sagt uns, wie viel Wasser wir aus der Tiefe fördern. Regelmäßig ent­nehmen wir aus jedem Brunnen Wasserproben. So gehen wir sicher, dass das Rohwasser immer beste Qualität hat. Finden wir dann ausnahmsweise doch einmal etwas in diesem Rohwasser, was nicht hineingehört, stellen wir die Pumpen ab, bis das Problem gelöst ist. Aber so etwas kommt selten vor.

Wasserpumpen
Wasserpumpen

Kann man das Wasser dann schon trinken? 

Man könnte schon, aber man sollte nicht. Zuerst muss das Rohwasser noch ins Wasserwerk, um gefiltert und aufbereitet zu werden. Auf seiner Reise durch die unterschiedlichen Erd­schichten hat sich das Grundwasser nämlich mit vielen verschiedenen Mineralstoffen an­ge­reichert. Teilweise auch mit natürlicher Kohlensäure. Nicht alle diese Stoffe möchten wir so im Trinkwasser haben. Kohlensäure zum Beispiel greift daheim die Leitungen und Wasser­hähne an. Deshalb wird das Rohwasser im Wasserwerk gefiltert und aufbereitet. Erst wenn es dann perfekt ist, schicken wir es in das Dormagener Trinkwassernetz.

Möchtest du mehr wissen, dann schau doch mal unter: www.wikipedia.de

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